Suchhelfer für Festplatte und Internet

Die Suche nach der verlorenen Zeit

Datenarbeiter machen eins viel zu häufig: Suchen. Auf dem Internet. Auf dem PC. Wer sich da nur auf Google verlässt, ist verloren.

Noch immer verbringt man am PC enorm viel Zeit mit nervigem Suchen statt produktiver Arbeit. Neben dem Internet mit seinen über 80 Millionen WWW-Adressen gerät auch die Festplatte des eigenen PC schnell zum Datengrab. In tausenden von Dokumenten, E-Mails und Adressdateien schlummern Informationen, die selbst bei gewissenhafter Ablage irgendwann unauffindbar sind.

Macht man allerdings den PC zum Suchhelfer, lässt sich die digitale Informationsschwemme schnell bändigen. Um im Internet zu suchen, gibt es findigere Suchhunde als das allseits bekannte Google: Schweizer Suchmaschinen kennen helvetische Internetseiten besser als das US-Vorbild. Verzeichnisse für das «unsichtbare Internet» durchkämmen Datenbanken und Quellen, die Google verborgen bleiben, und befördern Informationsperlen ans Licht. Metasuchmaschinen bündeln schliesslich die Kraft von dutzenden von Suchhelfern und filtern die Treffer, damit diese wirklich relevant und werbefrei sind.

Was für das Internet gut ist, ist auch für die eigene Festplatte recht. Google und unzählige andere Desktop-Suchmaschinen durchforsten auch den heimischen PC. Auch hier ist die Konkurrenz von Google aus den Labors von Microsoft - oder aus den Bündner Bergen! - ausgefuchster und ebenfalls gratis. Will man allerdings von einer privaten Suchmaschine profitieren, muss man dieser erst Speicherplatz für die Erstellung des Indexes zubilligen.

CASH hat die besten Suchhelfer fürs Internet und die Festplatte getestet und stellt ihre Stärken und Schwächen vor. Egal, für welche Technik Sie sich entscheiden: Sie sparen eine Menge Zeit.

Suchen im Web

Schweizer könnens einfach besser. Den Beweis dafür liefert Search.ch

Google ist gut, Search.ch ist besser. Keiner findet helvetische Webseiten so zuverlässig wie der Suchhund der Post. Auch Telefonbuch, Fernseh- und Kinoprogramm, lokale Wetterprognosen, Nachrichten und Last-Minute-Reisen werden durchforstet. Die Schweizer Karte ist ein Geheimtipp: Nach Eintippen einer Adresse erscheinen «intelligente» Flugaufnahmen. Klickt man darin beispielsweise Parkhaussymbole oder Haltestellen an, erhält man in Echtzeit die Zahl freier Plätze oder Verkehrsverbindungen.

Stärke: Erste Wahl für Schweizer.

Schwäche: Die Sucheinschränkung nach Kanton ist unbrauchbar.

Fazit: Schweizer Google, nur kleiner und feiner.

Alternative: www.bluewin.ch.

Mit der Metasuche schickt man eine ganze Meute durchs Netz

Metasuchmaschinen hetzen eine ganze Meute von Suchhunden durch das Internet. Deren Ergebnisse werden zusammengetragen, von Duplikaten gereinigt, aufbereitet und erst dann bewertet. Bekanntester Rudelsucher ist Metager der Universität Hannover (www.metager.de). Die verwendeten Suchmaschinen sind frei wählbar. Er hetzt über 30 Schnüffler durchs Internet. Bis die alle zurück sind, kann es aber schon ein Weilchen dauern, die maximale Suchzeit lässt sich deshalb beschränken.

Stärke: Umfassende Resultate.

Schwäche: Langsam, ignoriert Google.

Fazit: Wenn Google versagt, hilft die Meute.

Alternative: www.metaspinner.de.

Strukturierte Suche nach Themen - dank Clusty kein Problem

Klassische Suchmaschinen sortieren die Treffer nach mehr oder weniger geheimen Formeln, um die «wichtigsten» Treffer zuoberst auf der Liste anzuführen. Im Gegensatz dazu sortiert www.clusty.com nach Themen. Der Suchbegriff «Christoph Blocher» zeigt die Themengruppen «Bundesrat», «SVP» und «Ems-Chemie». Ein Klick auf eine dieser Kategorien listet die passenden Treffer auf. Die Gruppierung lässt sich wählen, sortiert man nach URL, werden alle Treffer aus der Schweiz (.ch) gruppiert. Clusty ist auch der Retter für jene, die eigentlich nicht so genau wissen, wie Suchmaschinen bedient werden müssen. Man kommt so von «Käse» schnell zum Fondue oder zur Milch. Die Alternative Kartoo stellt die Treffer in einem Wissensnetz dar.

Stärke: Bringt Ordnung in die Treffer.

Schwäche: Findet nicht alle Seiten.

Fazit: Ausprobieren und staunen.

Alternative: www.kartoo.com.

Auf der Suche nach der richtigen Suchmaschine hilft diese Seite

Im Internet gibt es inzwischen mehrere 1000 Suchmaschinen, die Website www.suchmaschinenindex.de hilft die richtige finden. Daneben ist der Suchmaschinenkatalog auch sehr nützlich, wenn es darum geht, auf Themen und Länder spezialisierte Suchhelfer zu finden.

Stärke: Findet auch exotische Suchhelfer.

Schwäche: Viel Werbung.

Fazit: 999 Alternativen zu Google.

Alternative: www.beaucoup.com.

Mehr als die Adresse Refdesk.com braucht man nicht zu kennen

Wenn Sie bei der Beschreibung all der vielen Such- und Informationshelfer bereits überfordert sind, merken Sie sich doch einfach www.refdesk.com. Das ist gleichsam die Referenz für alle englischsprachigen Informations-Junkies. Die Seite ist zwar US-lastig, aber praktisch werbefrei. Hunderte von Suchmaschinen, Lexika, Newsquellen, die Google verborgen bleiben, finden sich hier.

Stärke: Fast allwissend.

Schwäche: Zeitfresser.

Fazit: Die kompetente Referenz.

Alternative: www. invisible-web.net.

Suchen auf dem PC

Mit Hilfe von Copernic findet man die Stecknadel im Gigabyte-Haufen

Wer auf seiner Festplatte Termine, Adressen, Dokumente, E-Mails und Bilder des letztjährigen Grümpelturniers sucht, schimpft - oder er hat das kostenlose Copernic Desktop Search (www.copernic.com) auf seinem Rechner installiert. Der Suchhelfer findet im Nu Adressen aus Outlook, E-Mails aus Outlook Express, Dokumente aus Office-Programmen (Word, Excel), PDF-Dokumente oder über 20 weitere Dateitypen. Die Trefferliste verfügt über ein Vorschaufenster. Bevor der Sucher das erste Mal loslegt, muss er allerdings erst die ganze Festplatte indizieren, was Geduld erfordert, aber im Hintergrund geschieht.

Stärke: Findet praktisch alle Infos auf dem eigenen PC.

Schwäche: Index braucht viel Platz.

Fazit: Kostenloser Allesfinder.

Alternative: Yahoo Desktop Search, http://desktop.yahoo.com.

Wer Google im Internet mag, wird es auf dem Desktop lieben Googeln kann man nicht nur im Internet, sondern auch auf seinem PC. Der Browser zeigt dann nicht nur Suchergebnisse aus dem Web, sondern auch solche von der lokalen Festplatte an. Dazu indiziert Google Desktop (http://desktop. google.com) die gängigsten Dateiformate. Die englische Version 2.0 listet in einer Seitenleiste des Browsers die Ergebnisse strukturiert auf. Eine Vorschau auf gefundene Dokumente ist nicht möglich. Dafür ist der Lernaufwand minim.

Stärke: Gleiche Bedienung wie Google.

Schwäche: Keine Vorschaufunktion.

Fazit: Für Google-Junkies.

Alternative: MSN Toolbar Suite, http://toolbar.msn.com.

Desktopsuche made in Graubünden: Svizzer spricht mehr als Rumantsch

Die Bündner Tüftler von der G10 Software AG haben mit Svizzer (www.svizzer.com) eine raffinierte Desktop-Suchmaschine entwickelt. Die Version für Einzelplätze ist kostenlos, kann aber problemlos auf die kostenpflichtige, netzwerkfähige Version erweitert werden. Während sich Svizzer in der ersten Version beim Indizieren noch recht viel Zeit liess, ist die neuste Version 3.0 deutlich flinker als der Konkurrent Copernic. Auch die Möglichkeit, fonetisch (Meier, Meyer, Maier) zu suchen, ist clever.

Stärke: Fonetische Suche.

Schwäche: Indiziert nicht permanent im Hintergrund.

Fazit: Clevere Schweizer Alternative.

Alternative: Enterprise Search von Mindbreeze, http://mind-breeze.com.

© Cash; 15.09.2005[0]; Nummer 37; Seite 62




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